
Atheisten glauben nicht an die Existenz eines persönlichen Gottes. Das Wort "ungläubig" halte ich dennoch für falsch. Atheisten können an das Gute im Menschen, Moral und Ethik glauben.
Atheisten sind unreligiös bzw. religionslos. Natürlich sind das ungewohnte Wörter – aber alle anderen werden oftmals missverstanden – hin und wieder sogar absichtlich.
Ein Atheist ist niemand, der sich von Gott abgewandt hat oder gar gegen Gott wäre, sondern jemand, für den Gott nicht existiert.
Meist sind Atheisten auch Naturalisten. Also sie glauben ausschließlich an eine natürliche Welt (also ohne das Übernatürliche).
Atheismus schließt auch den Glauben an den Glauben nicht aus. So könnte ein Atheist den Religionen durchaus etwas positives abgewinnen, was aber in der Beurteilung jedes Einzelnen liegt.
Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft kommen keineswegs aus den heiligen Büchern. Dies zeigen Studien mit Kleinkindern und Schimpansen sehr deutlich. Menschen und höhere Tiere sind von Natur aus hilfsbereit.
Videobeitrag zur Studie
Es ist sehr leicht die Gründe dafür zu verstehen. In der natürlichen Auswahl (Evolution) überleben jene Stämme leichter, die sich gegenseitig Hilfe anbieten, als jene, die sich gegenseitig Schaden zufügen.
Die Annahme, dass heilige Bücher dazu verleiten, Gutes zu tun, verwirft man spätestens dann, wenn man das alte Testament tatsächlich gelesen hat.
Auszüge aus der Bibel
Die Texte können sich je nach Bibelübersetzung unterscheiden, stimmen aber inhaltlich sehr schön überein. Vergleiche kann man hier anstellen: http://www.bibel-online.net/
Die Eroberung Jerichos „Mit scharfem Schwert weihten sie alles, was in der Stadt war, dem Untergang: Männer und Frauen, Kinder und Greise, Rinder, Schafe und Esel.“ (Josua 6, 21)
(Glücklicherweise stimmt dieser Texte vermutlich nicht mit den historischen Fakten überein...)
"Und Mose wurde zornig über die Hauptleute des Heeres, die Hauptleute über tausend und über hundert, die aus dem Feldzug kamen, und sprach zu ihnen: Warum habt ihr alle Frauen leben lassen?" (4. Mose 31,14-15)
Moses: "So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben." (4. Mose 31,17-18)
Solche Zitate gibt es natürlich haufenweise (Sammlung: http://www.bibelzitate.de/gbz.html)
Dieses grausame Buch aus der Vergangenheit hat mit dem modernen Verständnis von Gut und Böse nur noch wenig zu tun. Somit ist es unverständlich, dass es als ein Maßstab gilt.
Um diese Schattenseiten zu schließen wird die Bibel oft ein wenig „umerzählt“ verharmlost und grausame Stellen verschwiegen. Beispielsweise fehlen (soweit ich weiss) im Katechismus die Ermordungen und Vergewaltigungen von Frauen und Kindern (zB. im Auftrag von Gott oder Moses usw.).
Dennoch sind Atheisten nicht grundsätzlich gegen die Bibel. Die Bibel hat einen hohen literarischen Stellenwert. Davon abgesehen kann sie uns zeigen, wie wir es nicht machen sollten.
Auch wenn diese Gräueltaten heute oft nur als Gleichnis verstanden werden, so möchte ich dennoch festhalten, daß wir die Ethik weder aus der Bibel haben, noch die Bibel für Ethik brauchen. Der Mensch interpretiert nach eigener Ethik diese gewaltsamen Texte. Dort wo die Bibel wortwörtlich genommen wird herrschen Gewalt und Chaos (Fundamentalismus).
Wenn wir also die Texte der Bibel nach Belieben als Gleichnisse ansehen können, so können wir, meiner Meinung nach, auch Gott als Gleichnis ansehen.
Unter Bearbeitung.
Albert EinsteinDie Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.
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Viel Spaß!
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